Haushaltsgeräte
Einleitung
Polymere Werkstoffe übernehmen in Haushaltsgeräten zahlreiche konstruktive, funktionale und gestalterische Aufgaben. Sie werden sowohl in mechanisch beanspruchten Funktionsteilen als auch in medien- und temperaturbelasteten Komponenten sowie sichtbaren Gehäusebereichen eingesetzt. Die Anforderungen reichen dabei von mechanischer Festigkeit und Dimensionsstabilität bis hin zu Chemikalienbeständigkeit, Oberflächenqualität und Langzeitverhalten unter zyklischer Beanspruchung.
Bauteile in Waschmaschinen, Geschirrspülern, Kaffeemaschinen oder Kühlgeräten sind häufig dauerhaft Feuchtigkeit, Reinigungsmedien, erhöhten Temperaturen und wechselnden Lastzuständen ausgesetzt. Gleichzeitig gewinnen Fragestellungen zur Rezyklatverwendung, Geruchsverhalten, Medienbeständigkeit und Lebensdauerbewertung zunehmend an Bedeutung.
PSM unterstützt Hersteller und Zulieferer der Haushaltsgeräteindustrie bei der werkstofftechnischen Bewertung von Kunststoffen, Bauteilen und Werkstoffsystemen. Im akkreditierten Prüflabor untersuchen wir Werkstoffverhalten, Alterungsmechanismen und Schadensursachen unter anwendungsnahen Beanspruchungsbedingungen. Dies umfasst sowohl die Qualifizierung neuer Werkstoffe und Rezyklatkonzepte als auch schadensanalytische Untersuchungen bei Feldausfällen und Langzeitbeanspruchung.

Typische Werkstoffe und Anwendungen
Die Haushaltsgerätetechnik nutzt eine breite Palette an Polymeren zur Umsetzung funktionaler sowie ästhetischer Anforderungen.
Werkstoffe
- Polypropylen (PP) für Gehäusebauteile, Behälter und medienbeanspruchte Komponenten
- Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) für Sichtteile, Bedienblenden und Gehäuseoberflächen
- Polycarbonat (PC) für transparente Abdeckungen und Wassertanks
- Polyamide (PA) für mechanisch und thermisch beanspruchte Funktionsteile
- Thermoplastische Elastomere (TPE) für Dichtungen, Griffbereiche und flexible Komponenten
- Polybutylenterephthalat (PBT) für elektrisch und thermisch belastete Bauteile
Anwendungen bei Haushaltsgeräten
- Innenbehälter und Auskleidungen von Kühl- und Gefriergeräten
- Waschmaschinenbottiche, Pumpengehäuse und Schlauchsysteme
- Sprüharme, Siebe und medienbeanspruchte Komponenten in Geschirrspülern
- Gehäusebauteile für Staubsauger und Küchenkleingeräte
- Bedienknöpfe, Displayabdeckungen und Sichtfenster
- Dichtmanschetten, Ventilkomponenten und Verbindungselemente

Typische Fragestellungen aus der Praxis
Hersteller und Zulieferer benötigen zuverlässige Daten zum Werkstoff- und Bauteilverhalten unter den im Haushaltsgerät auftretenden Beanspruchungen.
- Wie beständig ist der eingesetzte Werkstoff gegenüber Reinigungschemikalien, Fetten und Heißwasserbeanspruchung?
- Wie verändern sich mechanische Eigenschaften unter thermischer Langzeitbelastung?
- Treten bei Werkstoffen im Lebensmittelkontakt Geruchs- oder Migrationsauffälligkeiten auf?
- Können Rezyklate eingesetzt werden, ohne Oberflächenqualität und Langzeitverhalten zu beeinträchtigen?
- Welche Ursachen führen zu Brüchen an Verriegelungen, Scharnieren oder Funktionsteilen?
- Wie hoch ist die Beständigkeit gegenüber Spannungsrissbildung unter Medien- und Temperaturbeanspruchung?
Prüf- und Untersuchungsmethoden
Werkstofftechnische Untersuchungen ermöglichen die Bewertung mechanischer Eigenschaften, thermischer Beständigkeit und des Langzeitverhaltens unter anwendungsnahen Beanspruchungsbedingungen.
- Mechanische Prüfungen zur Charakterisierung von Festigkeit, Steifigkeit und Bruchverhalten
- Thermische Analysen (DSC und TGA ) und FTIR-Spektroskopie zur Untersuchung der Werkstoffzusammensetzung und des thermischen Verhaltens
- Beständigkeitsprüfungen gegenüber Haushaltschemikalien, Fetten und Reinigungsmedien
- Mikroskopische Untersuchungen von Gefüge-, Schweißnaht- und Bruchflächenbereichen
- Zeitstandversuche zur Bewertung des Verhaltens unter statischer Langzeitbeanspruchung
- Untersuchungen zu Spannungsrissbildung unter Medien- und Temperaturbeanspruchung

Typische Fehlerbilder
An Kunststoffbauteilen in Haushaltsgeräten treten Schäden häufig infolge thermischer, chemischer oder mechanischer Langzeitbeanspruchung auf.
- Umweltspannungsrissbildung unter Einfluss von Tensiden, Fetten oder Reinigungsmedien
- Versprödung und Rissbildung infolge thermischer Alterung
- Oberflächenveränderungen wie Vergilbung, Glanzverlust oder Verfärbung
- Verzug und Maßänderungen unter thermischer Wechselbeanspruchung
- Quellung, Relaxation oder Funktionsverlust von Dichtwerkstoffen
- Bruchschäden an hochbeanspruchten Verbindungs- und Verriegelungselementen
Werkstofftechnische Bewertung
Beispiele aus der Praxis

- Schadensanalyse an einem gerissenen Waschmaschinenbottich nach Dauerlaufbeanspruchung
- Bewertung der Medienbeständigkeit neuer Behälterwerkstoffe für Kaffeemaschinen
- Untersuchung thermisch bedingter Vergilbung an Gehäusebauteilen von Küchengeräten
- Vergleichsuntersuchungen zur Eignung unterschiedlicher Rezyklatqualitäten für Staubsaugergehäuse
- Haftungsuntersuchungen an Hart-Weich-Verbunden von Bedienelementen

Werkstoffprüfungen und schadensanalytische Untersuchungen liefern die Grundlage zur Werkstoffauswahl, Bewertung von Langzeitbeständigkeit, Medienverträglichkeit und Schadensursachen in Haushaltsgeräten. Die Kombination mechanischer, thermischer und analytischer Untersuchungsverfahren ermöglicht die Bewertung von Werkstoff- und Bauteilverhalten unter anwendungsnahen Beanspruchungsbedingungen.
Haushaltsgeräte-Werkstoffprüfung
Gewährleisten Sie die Medienbeständigkeit Ihrer Haushaltsgeräte-Bauteile durch unsere akkreditierten Prüfverfahren und Werkstoffanalysen. Wir liefern Ihnen belastbare Fakten für eine sichere Markteinführung und die Optimierung Ihrer Fertigungsprozesse.
Thermoplaste und Duromere
Dipl.-Ing. Andreas Oluschinski
Telefon: +49 (0)3461 30889-68
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Elastomere und Folien
Dr. Katja Oßwald
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