Baubranche
Einleitung
In der Baubranche sind polymere Werkstoffe für zukunftsorientierte sowie langlebige Infrastrukturprojekte und Gebäudehüllen unerlässlich. Von Fensterprofilsystemen über Rohrleitungen bis hin zu Folien und Dämmstoffen oder Fassadenelementen übernehmen Kunststoffe entscheidende Funktionen hinsichtlich Energieeinsparung, Witterungsbeständigkeit sowie in der Gebäudetechnik. Dabei sind die Anforderungen an diese Werkstoffe in der Baupraxis vielfältig und anspruchsvoll, da Bauprodukte oft über mehrere Jahrzehnte hinweg intensiven Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Temperaturwechseln sowie Feuchtigkeit trotzen müssen. Gleichzeitig rücken Aspekte wie das Recycling oder der Einsatz von neuen, nachhaltigen Werkstoffen massiv in den Fokus.
Wir begleiten Systemgeber sowie Verarbeiter der Bauindustrie als technischer Partner bei der Absicherung ihrer Werkstoff- oder Produktentscheidungen sowie der Einhaltung von Normanforderungen. In unserem akkreditierten Prüflabor bewerten wir das Werkstoffverhalten auch unter realitätsnahen Langzeitbedingungen. Damit kann z. B. die geforderte Dauerbeständigkeit im Außenbereich abgesichert werden. Wir prüfen Kunststofffensterkomponenten nach den Vorgaben des Technischen Anhangs der RAL-GZ 716. Wenn es dann doch einmal zu Problemen gekommen ist, klären wir durch fundierte Schadensanalysen die Ursachen auf und entwickeln gemeinsam mit unseren Kunden Ansätze zur Qualitätssteigerung. Unser Team nimmt sich Zeit die spezifischen Belastungskollektive am Bau zu verstehen und liefert verwertbare Daten für die Einführung oder den Einsatz von kunststoffbasierten Bauprodukten.

Typische Werkstoffe und Anwendungen
Die Bautechnik nutzt eine breite Palette spezialisierter Polymere für unterschiedliche Funktionsbereiche.
Werkstoffe
- Polyvinylchlorid (PVC) für Fensterprofile, Dichtungen, Bodenbeläge oder Rohrleitungssysteme
- Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) für Abdichtungsprodukte, Wasserleitungen, die Entwässerung oder Gasversorgung
- Expandiertes Polystyrol (EPS) sowie Extrudiertes Polystyrol (XPS) für Wärmedämmsysteme
- Polymethylmethacrylat (PMMA) sowie Polycarbonat (PC) für transparente Bedachungen sowie Verglasungen
- Elastomere wie EPDM für Schläuche, Fensterdichtungen sowie Fassadenabdichtungen
- Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) für tragende Strukturen sowie Bewehrungen
Anwendungen in der Baubranche
- Fensterprofilsysteme, Kunststofftüren, Rollläden
- Rohrleitungssysteme für Trinkwasser, Abwasser, Gas
- Fassadenverkleidungen, Dachbahnen, Abdichtungsbahnen
- Dämmstoffplatten für Keller, Wand, Dach
- Dichtprofile, Dehnfugenbänder
- Lichtkuppeln, Wintergartenverglasungen

Typische Fragestellungen aus der Praxis
Hersteller und Planer benötigen Gewissheit über die Eignung der Werkstoffe bzw. Produkte für den jahrzehntelangen Einsatz am Bau.
- Wie verändert sich die Festigkeit von Rohrleitungen unter langfristiger Innendruckbelastung?
- Wie stark sind Kriechprozesse bei Rohrwerkstoffen ausgeprägt?
- Wie kann der Einsatz von Rezyklaten werkstofftechnisch abgesichert werden?
- Welche Auswirkungen haben UV-Strahlung sowie Feuchtigkeit auf die Farbhaftung von Fassadenelementen?
- Wie lässt sich die langfristige Gebrauchstauglichkeit von Kunststoffprodukten zuverlässig bewerten?
- Welche Auswirkungen haben Bewitterung, Temperatur und Feuchtigkeit auf die Lebensdauer von Kunststoffen im Außeneinsatz (z. B. Kunststofffenster oder -türen, Rollladenelemente, Rohre usw.?
- Wie beständig sind Fassadenelemente gegenüber UV-Strahlung und Feuchtigkeit?
- Warum kommt es bei Abdichtungssystemen frühzeitig zu Rissen oder Ablösungen?
Prüf- und Untersuchungsmethoden
Die Kombination mechanischer, thermischer und mikroskopischer Untersuchungsverfahren ermöglicht die Bewertung von Werkstoffeigenschaften, Alterungsverhalten und Schadensursachen.
- Mechanische Prüfungen zur Charakterisierung von Festigkeit, Steifigkeit und Bruchverhalten
- Zeitstandprüfung und zur Beurteilung des Langzeitverhaltens unter statischer Belastung (Kriechen/Relaxation)
- Künstliche Bewitterung und UV-Alterung zur Simulation der Praxisbeanspruchung
- Thermische Analysen mittels DSC und TGA zur Untersuchung von Zusammensetzung, Kristallinität und thermischer Stabilität
- Mikroskopische Untersuchungen zur Bewertung von Schweißnähten, Grenzflächen und Gefügestrukturen

Typische Fehlerbilder
Werkstoff- und verarbeitungsbedingte Schädigungen zeigen sich häufig erst nach langjähriger Beanspruchung unter Klima- und Gebrauchseinflüssen.
- Sprödbruch infolge thermischer Schädigung, unzureichender Stabilisierung oder fortgeschrittener Alterung
- Spannungsrissbildung unter Medieneinfluss, insbesondere durch Tenside, Weichmacher oder unverträgliche Kontaktwerkstoffe
- Oberflächenabbau mit Auskreidung, Vergilbung oder Glanzverlust infolge UV- und Witterungsbeanspruchung
- Verzug und Maßänderungen durch thermisch oder hygroskopisch bedingte Spannungszustände
- Haftungsversagen und Undichtigkeiten infolge Schrumpf, mangelnder Adhäsion oder ungeeigneter Werkstoffkombinationen
Beispiele aus der Praxis

- Prüfung von Fensterprofilen nach RAL-GZ 716 im Rahmen von Güteüberwachung und Produktbewertung
- Schadensanalysen an Rohrleitungssystemen nach langjähriger Betriebsbeanspruchung
- Untersuchung des Alterungs- und Feuchteverhaltens von Dämmstoffen unter klimatischer Belastung
- Vergleichsuntersuchungen zur Eignung unterschiedlicher Rezyklatqualitäten für Bauprofile
- Unabhängige Kontroll- und Vergleichsmessungen zur Vorlage bei Zertifizierungsstellen, Behörden oder im Streitfall

Werkstoffprüfungen und schadensanalytische Untersuchungen liefern die Grundlage zur Werkstoffauswahl, Bewertung von Langzeitbeständigkeit, Medienverträglichkeit und Schadensursachen in Haushaltsgeräten. Die Kombination mechanischer, thermischer und analytischer Untersuchungsverfahren ermöglicht die Bewertung von Werkstoff- und Bauteilverhalten unter anwendungsnahen Beanspruchungsbedingungen.
Werkstofftechnische Bewertung
Durch kombinierte mechanische, klimatische und analytische Untersuchungen lassen sich Alterungsprozesse, werkstoffbedingte Schwachstellen und verarbeitungsbedingte Einflüsse frühzeitig erkennen. Dies unterstützt die technische Bewertung von Produkten, Werkstoffänderungen und Rezyklateinsatz im baupraktischen Umfeld.
Baubranche-Werkstoffprüfung
Sichern Sie die jahrzehntelange Witterungsbeständigkeit Ihrer Bauprodukte durch unsere akkreditierten Werkstoffprüfungen ab. Wir liefern Ihnen belastbare Daten zur Einhaltung von Normen wie der RAL-GZ 716 für Ihren Erfolg in der Baubranche.
Thermoplaste und Duromere
Dipl.-Ing. Andreas Oluschinski
Telefon: +49 (0)3461 30889-68
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Elastomere und Folien
Dr. Katja Oßwald
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